Unser Berliner Brand Ambassador: Kristof Mulack

In dieser Reihe möchten wir Dich mit unseren trauth-Markenbotschaftern bekannt machen. Durch diese exklusiven Partnerschaften entdeckst Du spannende Stories aus den Leben der Gastronomen, deren kulinarischen Geheimnisse und Hot Spots.


„Kristof Mulack, 35, Berliner. Stolzer Berliner” – Eine verharmloste Kurzfassung, in Anbetracht dessen, was der gelernte Versicherungskaufmann in den letzten Jahren aus dem Berliner Asphalt gestampft hat. Unser Brand Ambassador hat Geschichten auf Lager, die nur das Leben eines leidenschaftlichen Kochs schreiben kann. Im Gespräch mit Gabriel Trauth lässt er Revue passieren, wie er zur Gastronomie gekommen ist, oder eher die Gastronomie zu ihm.


Er hat sich schon in vielen Dingen ausprobiert: Sprayen, Hip-Hop-Songwriting, Streetwear Klamotten verkaufen. Schließlich hat er auf Rat seines Vaters hin, den Weg als Versicherungskaufmann eingeschlagen. „Ich sollte etwas anständiges Lernen, kennste den Spruch. Ich habe angefangen, Versicherungen zu verticken, war ultra unglücklich damit. Aber ich konnte es leider verdammt gut”, erinnert sich Mulack. 


Dass ausgerechnet dieser Job ihn zum Kochen verhilft, kommt überraschend. Nach abgeschlossenen Versicherungsgeschäften wird er in der Weinbar Rutz zum Essen eingeladen. Die Gerichte treffen in ihm einen kreativen Nerv, den er in seinem Job nie ausleben konnte: 


„Das Essen auf dem Teller sah auf einmal aus wie Graffiti. Das werde ich nie vergessen. Diese verschiedenen Höhen, Schäume, Farben und Texturen. Für mich sah das aus wie das, was ich die ganze Zeit schon gemacht habe‟. 





Sofort sucht Kristof das Gespräch zu Marco Müller — Aktueller Zwei-Sterne Koch — in dem Berliner Sternerestaurant Rutz. Ebenfalls Sommelier Billy Wagner (heute: Nobelhart und Schmutzig) und Ralf Zacherl waren zu dieser Zeit dort tätig. Kristof bewegt sich in der Gesellschaft von Gleichgesinnten, verbringt jede freie Sekunde mit Recherchieren: Er sammelt Feinschmecker und den Port Culinaire — Angetrieben von der Vision ebenso erfolgreich zu werden, wie die Köche in dem Sternerestaurant. 


Ein Praktikum bei Tim Raue, dass er durch seine zielstrebige und Art abgreift, verstärkt seine neue Leidenschaft ebenfalls: „Ich habe daheim angefangen, für Freunde zu kochen, dann Freundes Freunde und die haben dann irgendwann Leute mitgebracht, die ich gar nicht kannte. Wir haben sogenannte Guerilla Dinner veranstaltet. Daraus entstand dann die Idee für unseren Supper-Club” .


Das Mulax, ein Dining Space, eröffnet Kristof kurz darauf mit seiner Schwester. Es bewegt sich in den Grauzonen der Berliner Bürokratie, wie es schon das Cookiescream vormachte. Der „Fuck-Off Künstlerkollektivstyle” war in der nächsten Zeit restlos ausgebucht. Aber wie das mit Bruder und Schwester so ist, kommen sie sich in die Quere — Am Ende trennen sich die Wege. Den Erfolg könne er niemals über die Familie stellen, das merkt man dem ausgezeichneten Berliner Meisterkoch an. 



 Weitere Projekte folgen ohne Pause: Der Supperclub „Kraut und Reben‟ entsteht durch eine Freundschaft zu dem Sommelier Jan Hugel vom Wagner Bistro. Das Konzept trifft den Puls der Zeit. Sie kochen in der Cooks Connection von Florian Bolk und auch sonst überall in Europa, wo die Leute Lust auf Natural Wine haben. Die Paris Match benannten sie als  Erfinder der neuen deutschen Küche. Sie waren frisch, aufgeweckt und neu. 


„Ich war in meinem Radikal-Regional-Wahn drin, hatte meine Idealbilder, die ich verkörpert habe — Gleichzeitig war ich aber so Feuer und Flamme für die Sterneküche und Gourmet” 


In diesem Zwiespalt ergibt sich für Kristof zufällig die Chance, in Deutschlands größter Koch-Casting Show THE TASTE anzutreten. Es beginnt eine unreelle Zeit für ihn, begleitet und gecoacht von den Spitzenköchen Tim Mälzer, Alexander Herrmann, Cornelia Poletto und Frank Rosin. Mulack sticht heraus, wagt sich als erster und einziger Kandidat an ein vegetarisches Gericht. Er wird zum Favorit und „dann bin ich zum Mälzer, drei Wochen gedreht und gewonnen. Das wars”, erwähnt Kristof unterschwellig. 


Der Sieg verschafft ihm die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Alles stand unter einem guten Stern. Er war bereit mit „Kraut und Reben” weiterzumachen. Doch sein Partner springt ab. „Es war ein Down, ein richtiges Down. Und der Sender macht einen Scheiß für dich hinterher. Du gewinnst und dann bist du komplett weg vom Fenster. Ich hatte nur meinen eigenen Erfolg, den ich daraus ziehen konnte.” 


Kristof macht Fehler, verzichtet auf ein Management, findet keine neue Perspektive — Bis Quirin Schwanck, der Besitzer einer der bekanntesten Nachtclubs Berlins, Prince Charles, auf ihn zukommt. Sie gestalten High-End Food Events, Secret Dining Spaces über den Dächern der Hauptstadt. Doch diese Art von Gastronomie macht den Urberliner nicht glücklich: „Es war eigentlich mehr Friss-oder-Stirb, die Kulinarik ging ein bisschen Flöten”. Laut Kristof solle man Projekte zur richtigen Zeit loslassen. Auch, wenn das bedeutet, sich in die Ungewissheit zu stürzen?  




Rastlos führt der Zufall Martin Müller und Mulack zusammen. Sie stoßen durch Pierre Mäuerlings Chef’s Night auf den Investor von ihrem zukünftigen Projekt, dem TISK.  Überraschend geht die Reise zum eigenen Restaurant los. Sie kombinieren den Sinn für die asiatische Küche von Martin und die nordische Denkweise von Kristof. „Das war immer mein größter Traum und mein größter Wunsch”, erinnert sich der Spitzenkoch. Er lässt sich nicht von den unzumutbaren Zuständen unterkriegen, die er in dieser Zeit durchlebt. Ein Jahr lang ist ein Auto sein Zuhause, hat durch die viele Arbeit kaum Kontakt zu seiner Tochter. Das TISK läuft, erntet Erfolg, aber Kristof ist unglücklich. 


„Freunde haben mir gesagt, dass ich das nicht bin. Ich bin Kreateur, muss meine Flügel spreizen können und jeden Tag woanders sein können. Martin wollte sich im TISK beweisen, wie ich ja auch, aber zu dem Zeitpunkt war ich auch ein bisschen over it. Gerade weil ich davor schon so viele Sachen gemacht habe, bei denen ich mich ausleben konnte.” 


Kristof war nicht nur Chef, sondern auch Verantwortungsträger für seine Angestellten. In der Gastronomie müsse man seine Mitarbeiter ständig bei Laune halten. Deren Ansprüche weniger Stunden zu arbeiten und mehr Geld zu verdienen übt Druck auf den Executive aus. 


„Diese ganze Aufopferung und der Aufwand, der in der Branche herrscht, damit man einen Stern bekommt. Eine Anerkennung, wofür du kein Geld kriegst, die dir auch Niemand in Zeit wiedergibt. Das habe ich schnell erkannt: Das brauche ich nicht. Ich will lieber leben und meine Tochter sehen. Ich will andere Sachen.” 



Mulack setzt sich mit Martin und dem Investor zusammen, sie finden eine Lösung und trennen sich im Guten. Wieder muss er sich überlegen, wie es für ihn weiter gehen soll. Ihm fällt auf, dass immer mehr angehenden Gastronomen in Berlin das nötige Knowhow fehlt. Kristof nutzt die Gelegenheit, um sie durch seine Erfahrung zu beraten. Er schreibt Konzepte für das Bonvivant Cocktailbistro in Schöneberg und richtet sich eine Homebase im Lausebengel in Kreuzberg ein. Dieses Flagship repräsentiere für ihn die rustikale Variante vom TISK. Eine Kneipenküche, die von ihrer Einfachheit lebt.


Aktuell ist der Gourmet-Koch in neuen Gebieten präsent. Er wolle weiter in die Medien rücken, sucht coolen Content und strebe eine eigene Koch Show an. So ist auch die Position als Markenbotschafter von trauth entstanden.„Ich bin über Martin auf trauth aufmerksam geworden. Er hatte eine Jacke und ich war jeden Tag genervt davon, weil sie mir viel besser gefallen hat, als unsere Eigenen.” Schnell lernen sich Gabriel und Kristof persönlich kennen. 


„Das ganze Auftreten war so sexy, es hatte Hand und Fuß. Alles sah eins zu eins aus, wie das, was ich zeichne würde, wenn ich mir überlege, wie eine geile Kochjacke oder ein Koch aussehen soll: Das war trauth.‟ 


 Mulack kennt die Probleme in der Branche. Ein Missstand der in der Gastro herrsche, sei der Nachwuchs. „Wenn man durch eine Marke wie trauth den jungen Leuten mal wieder etwas zum Anziehen gibt, wo sie stolz darin sein können —Weil sie das auch privat tragen — Dann haben sie vielleicht auch wieder mehr Bock in ihrem Beruf zu arbeiten.”  



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